Verein zur Hilfe und Begleitung von Jugendlichen in Portugal


Erfahrungsberichte / Referenzen

 

 

2013

Unser Sohn Luis kam im Alter von knapp 5 Jahren zu uns. Er ist in Brasilien geboren und bis zu seiner Adoption dort aufgewachsen. Als er in die Pubertät kam, wurden seine Verhaltensauffälligkeiten zu schwerwiegenden Problemen: er rebellierte immer häufiger gegen Regeln und gegen Erwachsene (Eltern, Lehrer…), die diese Regeln durchsetzen wollten, fing an zu lügen, zu klauen und zu kiffen und wurde immer häufiger aggressiv. Da er auch selbst unter dieser Situation litt und Angst hatte, bei einem unkontrollierten Ausbruch einmal jemanden ernsthaft zu verletzen, ging er für 3 Monate in eine jugend-psychiatrische Klinik zur Therapie. Hier wurde deutlich, dass seine Probleme mit seiner Situation als Adoptivkind und fehlendem Wissen über seine Herkunft und die Gründe seiner Adoption zusammenhingen. Nachdem er mit einem Mitschüler, der ihn mit seiner Adoptiv-Situation provoziert hatte, eine brutale Schlägerei hatte, schlug der Jugendpsychiater vor, dass Luis eine Auszeit bekommen und für eine gewisse Zeit in eine erlebnispädagogische Auslandsmaßnahme gehen sollte. So kam er Anfang 2012 zu Progresso. (…) Als wir dann nach etwa 3 Monaten Luis zum ersten Mal besuchen konnten, waren wir extrem positiv überrascht: Luis kam uns fröhlich und in ausgeglichener Stimmung entgegen. (…) Er hatte auch gelernt, ein „nein“ zu akzeptieren und Regeln einzuhalten. Auch in seinem alltäglichen Leben Ordnung zu halten und in klaren Strukturen zu leben, hatte er gelernt. Ganz besonders bemerkenswert ist jedoch, was Progresso jetzt gerade für Luis getan hat: Luis hat, durch einen unglaublichen Zufall, im Frühjahr letzten Jahres seine leibliche Mutter in Brasilien gefunden. Mit der Hilfe von Progresso ist er mit ihr in Kontakt getreten (…). Und schließlich war Progresso auch bereit, Luis einen Besuch in Brasilien bei seiner Herkunftsfamilie zu ermöglichen. Zusammen mit 2 Betreuern ist er für eine Woche dort gewesen. Die Betreuer haben Luis zunächst über mehrere Monate auf die Begegnung vorbereitet. Für Luis und sein weiteres Leben ist das sicherlich von enormer Bedeutung. Wir sind Progresso, insbesondere Dorit, Jan und Tanja, unsagbar dankbar dafür, dass sie Luis das ermöglicht haben.

(Eltern)

2013

Vielen Dank für die gute Zusammenarbeit. Ihre guten und ausführlichen Berichte lassen mich an dem Hilfeprozess gut teilhaben und gestalten den Hilfeverlauf transparent. Ihre Vorgehensweisen in kritischen Situationen zeigen, dass Sie und Ihr Team professionell arbeiten und auch in verfahrenen Situationen nicht so schnell aufgeben.

Frau Beger (Jugendamt Schwelm)

2013

(…). Schon Ende 2011 gerieten die Dinge total außer Kontrolle. (…) Eines Nachts im Oktober 2012 eskalierte die Situation mit Tim völlig und ich musste die Polizei rufen. Total am Ende, rief ich Jan (Tell-Us) an und bat um Hilfe. Jan entschied, dass Tim sofort nach Portugal gebracht werden muss. (…) Jetzt drei Monate später hat mein Sohn Tim eine tolle Entwicklung gemacht. Tim hat angefangen in sich selbst zu gehen und darüber nachzudenken, wie sein Benehmen andere Menschen berührt. Er lernt Autorität zu respektieren und akzeptiert Regeln. Er lernt, auf sich selbst zu achten und über seine Gefühle zu reden. Er lernt, Disziplin und Verantwortung für seine Taten zu übernehmen und nicht anderen oder Situationen die Schuld zuzuschieben. Er lernt, nicht verbal oder körperlich aggressiv zu sein. Genauso lernt er, einen gesunden Lebensstil zu leben, mehr unabhängig zu sein, hart zu arbeiten und physisch in der Natur aktiv zu sein. (…)Unser Briefkontakt hat geholfen, unsere Beziehung zu stärken und wir haben begonnen, über Dinge detailliert zu reden, die passiert sind und passieren. Die Betreuer und das ganze Progresso/Tell-Us Team begleiten meinen Sohn durch seinen derzeitigen Prozess. Und ich komme das erste Mal zur Ruhe seit den letzten vier Jahren, in denen ich mich mehr in einem Überlebensmodus befunden hatte. So geht es auch E. der Schwester von Tim. Worte sind fast unpassend, um meine Dankbarkeit zu Progresso, Tell- Us und Jan auszudrücken.

Irene (Mutter)

2012

Meine Erfahrungen mit Progresso sind in jeder Beziehung positiv. Mein Sohn, 14 Jahre alt, befindet sich seit geraumer Zeit in der Obhut von Progresso. Und nach Besuchen vor Ort konnte ich feststellen, dass eine Besserung bei meinem Sohn eingetreten ist. Es dauert zwar und es hat auch schon einige negative Reaktionen seitens meines Sohnes gegeben aber hier in Düsseldorf wäre Tobias vielleicht schon in Jugendhaft. Der Kontakt zu den Betreuern ist sehr gut, wöchentlich wird über den Entwicklungsstand und Fortschritt berichtet. Während den Besuchen bei Progresso in Portugal ist eine sehr gute Beziehung zwischen den Betreuern und mir entstanden. Die Betreuer sind jederzeit ansprechbar, sollten Probleme auftauchen. (…) Ich bin froh, dass mein Sohn diese Betreuung über Progresso erhält und somit auf den geraden und richtigen Weg gebracht wird, durch eine intensive Betreuung mit Vor und- Nachteilen. Für eine weitere gute Zusammenarbeit bin ich dankbar.

Harry aus Düsseldorf (Vater)

2012

Am 15. April 2011 ging unser Sohn Rick, damals 13 Jahre und 11 Monate alt, nach Portugal. (…) 17 Monate später, Oktober 2012. (…) Wir als Eltern sehen nun ein ganz anderes Kind vor uns, selbstsicherer, sozialer, im Bewusstsein, dass er eine Behinderung hat, aber nicht verrückt ist und auch hier noch lernend und wachsend durch all die Hilfe und Betreuung. Ein Kind, das nun ganz langsam wagt, über Gefühle und Emotionen zu sprechen, aber dabei noch sehr viel Anleitung und Ermutigung braucht. Ein Kind, das endlich wieder Freude am Leben hat. Ein Kind, das ohne Medikamente auskommt. (…) Ein Kind, das isst – sogar Gemüse. Ein Kind, das wieder Spaß am Lernen hat und mit Hilfe versucht, Pläne für die Zukunft zu schmieden. (…) Schlussfolgerung: Wir stehen an einem neuen Anfang, um zusammen mit unserem Sohn und dem rechten Maß an Unterstützung in den Niederlanden weiterzumachen und wieder eine Familie zu bilden. Als Eltern haben wir die Zusammenarbeit mit Tell Us und Progresso als sehr positiv erlebt. Es gab immer ein offenes Ohr, Ratschläge und Hilfe, wenn es nötig war. Es ist das erste Mal, dass wir als Eltern wirklich an der Betreuung unseres Sohnes beteiligt waren und nicht behandelt wurden wie „ihr seid NUR die Eltern von“. Als Eltern haben auch wir eine Menge Unterstützung, Hilfe und Beratung erhalten. Dadurch ist es nun möglich, diesen neuen Anfang zu machen. (…) Was ihr mit Rick erreicht habt, ist für uns von unschätzbarem Wert. Danke für alles.

Alex und Linda (Eltern)

02.02.2011

Meine Tochter ist seit Mai 2009 im Projekt-Progresso. Als ich sie das erste Mal im August besucht habe, konnte ich schon eine kleine Veränderung feststellen bzw. für uns eine große. Wir konnten miteinander reden, ohne das wir uns gegenseitig angeschrien haben, das war ein schönes Gefühl. Als ich in Sommer 2010 mit ihr ein paar Tage alleine Urlaub gemacht habe,konnte ich feststellen, dass sie nicht mehr die Aggressivität an den Tag legt wie zu Hause und auch meine Meinung gelten lies.Wir hatten ein paar schöne gemeinsame Tage. Sie setzt sich jetzt mehr mit ihrer Aggressivität auseinander und bekommt das glaube ich auch schon ganz gut hin. Ach ihre Schule macht sie und auch mit etwas besseren Noten wie zu Hause. Sie überlegt jetzt, wie es vielleicht beruflich weiter geht, was vor dem Projekt überhaupt kein Thema war. Sie hat glaube auch verstanden, dass man ohne eigene Leistung nichts verändert und nichts erreicht. Und das man jeden Cent schwer verdienen muß, bevor man ihn ausgeben kann.

Marion Mutter

31.01.2011

Hallo ich bin Jordi. Ich bin nun zwei Jahre von zu Hause weg und anderthalb Jahre davon in der Obhut von Progresso. Die Leute von Progresso haben mich dahin gebracht, wo ich heute bin und darüber bin ich glücklich. Was ich schon immer besonders gefunden habe und bis heute noch finde, ist die Art und Weise der Betreuung, die sich jeweils an die Entwicklung der Jugendlichen anpasst. So wird man immer damit beschäftigt, was man gerade lernen will. Es ist wirklich eine persönliche individuelle Hilfe, die immer noch Raum für Fragen, Beratungen und /oder die eigene Meinung lässt. Und das ist für mich sehr wichtig gewesen.

Jordi Jugendlicher

 30.01.2011

[Übersetzung aus dem Holländischen] Wir sind die Eltern eines 19-jährigen Sohnes, mit dem es vor zwei Jahren sehr schlecht lief.  Er bekam vorwissenschaftlichen Unterricht in einer Privatschule. Zum Glück hatte er schon sein Zeugnis von dem allgemeinbildenden Sekundärunterricht der Oberstufe. Eine Zeit lang  ging er fast nicht mehr zur Schule und er kam tagsüber kaum aus dem Bett. Er benutzte damals Softdrogen, aber experimentierte auch mit anderen Drogen. Es ging schnell mit ihm bergab. Wir hatten zwar Hilfe eingeschaltet, aber diese war nicht hinreichend, da der damalige Betreuer nicht mehr gut zu unserem Sohn durchdringen konnte. Über diesen Betreuer sind wir dann bei Jan Mulder von Tell-Us gelandet. Unser Sohn war zuerst 4 Monate bei einem Ehepaar in Frankreich, wo er es erst sehr schwer hatte aber wo er viel gelernt hat! Danach kam er zu Progresso in Portugal und besserte sich zusehends. Er lebte zusammen mit anderen Jugendlichen auf einer Quinta, einen Bauernhof und in einer späteren Phase wohnte er selbständig, aber betreutet, in einem Dorf in der Nähe der Quinta. Er arbeitete tagsüber noch auf der Quinta und lernte außerdem selbständiger zu werden. Dies alles noch immer unter Betreuung von Jan Mulder/Tell-Us und den Betreuern von Progresso. Inzwischen wohnt er in einer etwas größeren Stadt und hat eine Anstellung in der lokalen Mine. Es geht unserem Sohn sehr gut und er wird im Mai / Juni dieses Jahres wieder nach Holland kommen, um eine Ausbildung als Physiotherapeut zu beginnen. Wir sind sehr gut auf Tell-Us und Progresso und wie sie unseren Sohn betreut haben, zu sprechen. Es war damals ein sehr großer Schritt ihn gehen zu lassen, aber wir haben es keinen Moment bedauert! Wir sind in dieser Periode auch zwei Mal zu einem Familienprojekt zusammen mit unserer Tochter nach Portugal gegangen. Auch dies haben wir als sehr positiv erfahren! Ohne Tell-Us und Progresso hätten wir es nie geschafft!!

Eelke und Maria Eltern

 30.01.2011

[Übersetzung aus dem Holländischen] Man hat uns gefragt, unsere Erfahrungen mit Progresso / Tell-Us aufzuschreiben, da wir einen Sohn haben, der geistig eingeschränkt ist und sich jetzt schon einige Jahre in der Obhut von Progresso / Tell-Us befindet. Unsere Erfahrungen sind sehr positiv. Die Betreuung ist sehr hingebungsvoll hinsichtlich der Kinder und jedermann tut sein Möglichstes, um das Beste rauszuholen. Jedes Mal, wenn unser Sohn von einem Projekt bei Progresso / Tell-Us zurückkommt, ist es deutlich, dass er Fortschritte gemacht hat. Auch wir haben verschiedene Male an einem Eltern/Kind-Projekt mitgemacht. Es wird dort sehr viel mit den Kindern gemacht. Es gibt eine gute Regelmäßigkeit im Tagesablauf und in den täglichen  Aufgaben, die für   Beschäftigung sorgen. Wenn du dort als Jugendlicher für längere Zeit bist, gibt es Ruhe und Regelmäßigkeit, du gehst zur Schule, man arbeitet zu festen Zeiten, incl. Pausen. Darüber hinaus hat jedes Kind dort seine eigenen Probleme, woran man individuell mit jedem Kind hart arbeitet, so dass sie echte Fortschritte machen und auf diese Weise ein Fehlverhalten verhindert wird. Auch lernen die Kinder dort mit ihren Schwächen umzugehen. Man bringt ihnen auch bei, selbständig zu werden. So ist es dort, dass die Jugendlichen jeden Tag wechselweise kochen, Wäsche waschen und andere Aufgabe erfüllen müssen. Sie treiben auch Sport. Am Wochenende bleibt genügend Freizeit, die sie selbst ausfüllen können, übrig. Auch auf ihre Gesundheit und den allgemeinen Zustand wird geachtet. Und auch ein halbjährlicher Besuch bei dem Zahnarzt wird nicht vergessen. Es gibt immer 24-Stunden Betreuung pro Tag. Wir lassen mit ruhigem Herzen unser Kind bei Progresso / Tell-Us zurück, weil wir wissen, dass er dort in sehr guten Händen ist.

Familie Stakenburg

 28.07.2010

Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen haben mein Mündel vom 26.08.2008 bis zum 30.06.2010 intensivpädagogisch betreut. Es ist mir wichtig, Ihnen als verantwortlicher Leiterin, und auch Ihren Kolleginnen und Kollegen auf diesem Weg meinen Dank und meinen Respekt auszusprechen. Monika war eine 16jährige Intensivstraftäterin mit 28 Vorstrafen, einer Prädisposition für Suchtverhalten und leidet an einer Persönlichkeitsstörung. Dem überdurchschnittlichen persönlichen Einsatz Ihres Teams, Ihrer Erfahrung und Ihrem fachlichen Können ist es zu verdanken, dass die Ziele der Jugendhilfe mit Monika erreicht werden konnten. Die Zusammenarbeit mit Ihrem Team hoch engagierter Fachleute war für mich eine eindruckende Erfahrung. Ich werde Sie gerne weiterempfehlen. Mit freundlichen Grüßen M. Ditges / Sachgebietsleiter / Jugendamt Düsseldorf [Der Name der Jugendlichen wurde geändert]

 26.11.2009

(...) Der Alltag der Jugendlichen ist klar strukturiert und wird entsprechend stringent durchgesetzt. Inhaltlich ist der Ablauf geprägt durch abrechenbare Arbeitsaufgaben, schulische Förderung, Sport, wiederkehrende alltägliche Pflichten und Freizeitaktivitäten. Die Jugendlichen durchlaufen ein mehrere Phasen umfassendes Programm. Dabei  können sie entsprechend der gezeigten Mitwirkung und erzielten Verhaltensmodifikation Privilegien, Freiräume und Zuwachs an Verantwortung erreichen. Wichtiger Bestandteil des Gesamtkonzepts ist die Elternarbeit. Neben einer engen Abstimmung per Telefon und Email fliegen die Eltern etwa vierteljährlich nach Portugal um 1 Woche mit ihren Kindern zu verbringen. In  dieser Zeit werden gemeinsame Projekte mit konkreten Zielstellungen durchgeführt, welche durch die Betreuer begleitet und abschließend ausgewertet werden. Die schulische Förderung erfolgt in individueller Form im Rahmen der "Flex - Schule" und ermöglicht die Vorbereitung auf den Erwerb entsprechender Abschlüsse. (...) Das Betreuungskonzept und die pädagogischen Interventionen in den Jugendwohngemeinschaften erscheinen schlüssig und Ziel führend. Herausragend und so in Sachsen- Anhalt noch nicht erlebt, ist die konsequente Durchsetzung des strukturierten Tagesablaufes mit klaren Regeln. Das abgestimmte Zusammenwirken von Pädagogen und Nichtpädagogen ( Arbeitsanleiter, Handwerker, Reitlehrer u.a. ) bei der Betreuung der Jugendlichen ermöglicht eine umfassende Einflussnahme. Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus dem Ort der Betreuung selbst. Die Abgeschiedenheit der Wohngemeinschaften stellt ein stark Entweichung hemmendes Merkmal dar, so dass die Jugendlichen einer Auseinandersetzung mit der eigenen Problematik kaum aus dem Weg gehen können. Durch das mehrsprachige Betreuungspersonal und den ständigen Kontakt von Jugendlichen aus Deutschland und Holland erweitern sich sehr schnell die Sprachkenntnisse und es entsteht ein Verständnis für andere Kulturen und Länder. Die Tätigkeit von Leitung und Mitarbeitern ist professionell und transparent, die schriftliche Form der Berichterstattung wird einem hohen Standard gerecht.

V. Franke / Jugendamt Halle

 

 

 

 

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